Männer und Frauen im Islam, Rollenverteilung und ehelichen Verpflichtungen
Muslimische Paare
Muslimische Mutter mit Ihrem Kind
Entsprechend den verschiedenen Voraussetzungen, die die
Natur dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht gegeben hat, gibt es eine
klare Rollenverteilung.
Ein muslimischer Mann ist seiner Frau
gegenüber beispielsweise zum Unterhalt verpflichtet und muss folglich berufstätig
sein, dies resultiert aus der körperlichen Überlegenheit des männlichen Geschlechts.
Daraus ergeben sich die häuslichen Pflichten der Frau und die
Verantwortung für die Kindererziehung. Als erste pädagogische Bezugsperson für das
Kind ist auch die Bildung der Frau von Bedeutung. Das Streben nach Wissen gilt als
religiöse Pflicht eines jeden Muslimen, ob Mann oder Frau. Die Geschlechtertrennung
(Frauen dürfen keinen Kontakt zu nicht verwandten / nicht verheirateten Männern
haben) findet sich in der gesamten Gesellschaft, so auch im Bildungssystem. Bildende
Einrichtungen stehen ausschließlich für Männer oder nur für Frauen zur Verfügung.
Sofern ein männlicher Professor, Lehrer o.ä. unterrichtet, nehmen die Schülerinnen
via Bildschirm an der Vorlesung teil. Wobei hauptsächlich Frauen als Lehrer und
Professoren tätig sind, 56% der Lehrer und 60% der Professoren sind weiblich. Ein
Großteil der Studenten sind Frauen und gemäß internen Studien, erreichen die
weiblichen Absolventen bessere Ergebnisse als ihre männlichen Kollegen. Acht
Universitäten und 65 Colleges (17 Colleges für Frauen) stehen für die Weiterbildung
zu Verfügung. Der Staat trägt die Ausbildungskosten und zwar von der Grundschule bis
zum Hochschulabschluss. Bis zum Beginn des Ölbooms bestand kein Bedarf an
Schulbildung, hauptsächlich Bauern und Nomaden bewohnten das Königreich. Als die Wirtschaft nach ausgebildeten Arbeitern und Angestellten verlangte, reagierte die Politik.
Rufe nach Bildung für Frauen wurden laut, für das Scheitern etlicher Ehen wurde der
Bildungsunterschied zwischen Mann und Frau verantwortlich gemacht und unwissende
Frauen galten / gelten als ungeeignete Mütter. Seither wird die Bildung beider
Geschlechter umfassend gefördert.
Sofern die Rolle als Mutter und Ehefrau
nicht vernachlässigt wird, gestattet der Islam auch die Ausübung des erlernten
Berufs. Heutzutage können die muslimischen Frauen nahezu jeden Beruf ergreifen,
unter der Bedingung, dass die strikte Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz
eingehalten wird. Saudi-arabische Frauen dürfen seit 2004 die eigene Verantwortung
für ihre Unternehmen tragen und diese selbstständig führen.